[1*] 3. und 4. Auflage: hoffnungslose{20}
[1]Siehe meine Schrift "Zur Kritik etc.",p.39.[1*]
[1*] Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.46{21}
[1]Die breimäuligen Faselhänse der deutschen Vulgärökonomie scelten Stil und Darstellung meiner Schrift. Niemand kann die literarischen Mängel des "Kapital" strenger beurteilen als ich selbst. Dennoch will ich, zu Nutz und Freud dieser Herren und ihres Publikums, hier ein englisches und ein russisches Urteil zitieren. Die meinen Ansichten durchaus feindliche "Saturday Review" sagte in ihrer Anzeige der ersten deutschen Ausgabe : Die Darstellung "verleiht auch den trockensten ökonomischen Fragen einen Reiz(charm). Die "St.-Petersburger Zeitung" bemerkt in ihrer Nummer vom 20.April 1872 u.a.:"Die Darstellung mit Ausnahme weniger zu spezieller Teile zeichnet sich aus durch Allgemeinverständlichkeit, Klarheit und, trotz der wissenschaftlichen Höhe des Gegenstands, ungewöhnliche Lebendigkeit. In dieser Hinsicht gleicht der Verfasser ...auch nicht von fern der Mehrzahl deutscher Gelehrten, die ...ihre Bücher in so verfinsterter und trockner Sprache schreiben, daß gewöhnlichen Sterblichen der Kopf davon kracht." Den Lesern der zeitläufigen deutsch-national-liberalen Professoralliteratur kracht jedoch etwas ganz andres als der Kopf.
"Soweit es sich um die eigentliche Theorie handelt, ist die Methode von Marx die dekuktive Methode der ganzen englischen Schule, deren Mängel und Vorzüge den besten theoretischen Ökonomisten gemein sind."Herr M. Block - "Les Théoriciens du Socialisme en Allemagne. Extrait du Journal des Économistes, juillet et août 1872" - entdeckt, daß meine Methode analytisch ist, und sagt u.a.:
"Par cet ouvrage M. Marx se classe parmi les esprits analytiques les plus éminents."[1*]Die deutschen Rezensenten schreien natürlich über Hegelsche Sophistik. Der Petersburger "Europäischer Bote", in einem Artikel, der ausschließlich die Methode des "Kapital" behandelt(Mainummer 1872,p.427-436), findet meine Forschungsmethode streng realistisch. Er sagt:
"Auf den ersten Blick, wenn man nach der äußern Form der Darstellung urteilt, ist Marx der größte Idealphilosoph, und zwar im deutsche, d.h. schlechten Sinn des Wortes. In der Tat aber ist er unendlich mehr Realist als allle seine Vorgänger im Gescäft der ökonomischen Kritik...Man kann ihn in keiner Weise einen Idealisten nennen."Ich kann dem Herrn Verfasser[2*] nicht besser antworten als durch einige Auszüge aus seiner eignen Kritik, die zudem manchen meiner Leser, dem das russische Original unzugänglich ist, interessieren mögen.
"Für Marx ist nur eins wichtig: das Gesetz der Phänomene zu finden, mit deren Untersuchung er sich beschäftigt. Und ihm ist nicht nur das Gesetz wichtig, das sie beherrscht, soweit sie eine fertige For haben und in einem Zusammenhang stehn, wie er in einer gegebnen Zeitpeiode beobachtet wird. Für ihn ist noch vor allem wichtig
[1*] "Durch dieses Werk reiht sich Herr Marx unter die bedeutendsten analystischen Denker ein." - [2*] I. I. Kaufman - [3*] siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.8-10{26}
das Gesetzt ihrer Veränderung, ihrer Entwicklung, d.h. der Übergang aus einer Form in die andre, aus einer Ordnung des Zusamenhangs in eine andre. Sobald er einmal dies Gesetz entdeckt hat, untersucht er im Detail die Folgen, worin es sich im gesellschaftlichen Leben kundgibt...Demzufolge bemüht sich Marx nur um eins : durch genaue wissenschaftliche Untersuchung die Notwendigkeit bestimter Ordnungen der gesellschaftlichen Verhältnisse nachzuweisen und soviel als möglich untadelhaft die Tatsachen zu konstatieren, die ihm zu Ausgangs- und Stützpunkten dienen. Hierzu ist vollständeg hinreichend, wenn er mit der Notwendigkeit der gegenwärtigen Ordnung zugleich die Notwendigkeit einer andren Ordnung nachweist, worin die erste unvermeidlich übergehn muß, ganz gleichgültig, ob die Menschen das glauben oder nicht glauben, ob sie sich dessen bewußt oder nicht bewußt sind. Marx betrachtet die gesellschaftliche Bewegung als einen naturgeschichtlichen Prozeß, den Gesetze lenken, die nicht nur von dem Willen, dem Bewußtsein und der Absicht der Menschen unabhängig sind, sondern vielmehr umgekehrt eren Wollen, Bewußtsein und Absichten bestimmen...Wenn das besußte Element in der Kulturgeschichte eine so untergeordnete Rolle spielt, dann verstht es sich von selbst, daß die Kritik, deren Gegenstand die Kultur selbst ist, weniger als irgend etwas andres, irgendeine Form oderirgendein Resultat des Bewußtseins zur Grundlage haben kann. Das heißt, nicht die Idee, sondern nur die äßere Erscheinung kann ih als Ausgangspunkt dienen. Die Kritik wird sich beschränken auf die Vergleichung und Konfrontierung einer Tatsache nicht mit der Idee, sondern mit der andren Tatsache. Für sie ist es nr wichtig, daß beide Tatsachen möglichst genau untersucht werden und wirklich die eine gegenüber der andren verschiedene Entwicklungsmomente bilden, vor allem aber wichteg, daß nicht minder genau die Serie der Ordnungen erforscht wird, die Aufeinanderfolge und Verbindung, worin die Entsicklungsstufen erscheinen. Aber, wird man sagen, die allgemeinen Gesetze des ökonomischen Lebens sind ein und dieselben ; ganz gleichgültig, ob man sie auf Gegenwart oder Vergangenheit anwendet. Grade das leugnet Marx. Nachihm existieren solche abstrakte Gesetze nicht...Nach seiner Meinung besitzt im Gegenteil jede historische Periode ihre eignen Gesetze...Sobald das Leben eine gegebene Entwickllungsperiode überlebt hat, aus einem gegebnen Stadium in ein andres übertritt, beginnt es auch durch andre Gesetze gelenkt zu werden. Mit einem Wort, das ökonomische Leben bietet uns eine der Entwicklungsgeschichte auf andren Gebieten der Biologie analoge Erscheinung...Die alten Ökonomen verkannten die ANAatur ökonomischer Gesetze, als sie dieselben mit den Gesetzen der Physik und Chemie vergliche...Eine tiefere Analyse der Erscheinungen bewies, daß soziale Organismen sich voneinander ebenso gründlich unterscheiden als Pflanzen- und Tierorganismen...Ja, eine und dieselbe Erscheinung unterliegt ganz und gar verschiednen Gesetzen infollge des verschiednen Gesamtbaus jener Organismen, der Abweichung ihrer einzelnen Organe, des Unterschieds der Bedingungen, worin sie funktionieren usw Marx leugnet z.B.., daß das Bevölkerungsgesetz dasselbe ist zu allen Zeiten und an allen Orten. Er versichert im Gegenteil, daß jede Entwicklungsstufe ihr eignes Bevölkerungsgesetz hat...Mit der verschiednen Entwicklung der Produktivkraft ädern sich die verhältnisse und die sie regelnden Gesetze. Indem sich Marx da Ziel stellt, bon diesem Ge-
sichtspunkt aus die kapitalistische Wirtschaftsordnung zu erforschen und zu erklären, formuliert er nur streng wissenschaftlich das Ziel, wlches jede genaue Untersuchung des ökonomischen Lebens haben muß...Der wissenscchaftliche Wert solcher Forschung liegt in der Aufklärung der besondren Gesetze, welche Entstehung, Existenz, Entwickung, Tod eines gegebenen gesellschaftlichen Organismus und seinen Ersatz durch einen andren, höheren regeln. Und diesen Wert hat in der Tat das Buch von Marx."Indem der Herr Verfasser das, was er meine wirkliche Methode nennt, so treffend und, soweit meine persönliche Anwendung derselben in Betracht kommt, so sohlwollend schildert, was andres hat er geschildert als die dialektische Methode?
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Marx' Brief an La Châtre, den Verleger des ersten Bandes des "Kapitals" in französischer Sprache(58K)
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