Mit Marx und Engels online
Computerfreaks, vereinigt euch!
(Neues Deutschland, 24.2.1998, S.14)
Wo erhalte ich das ÒManifestÓ heute? Mein Tip: Im Internet. Beim abendlichen
Surfen durch die virtuelle Welt geleiten Suchmaschinen uns zu Marx. In
weniger als einer halben Stunde hatte ich eine deutsche, englische und
schwedische Fassung des "Kommunistischen Manifests" erfaßt.
Der deutsche Text beruht auf der Edition in Band 4 der Marx-Engels-Werke
aus dem Dietz Verlag Berlin. Unter der Adresse http://members.aol.com/mlwerke/index.htm
können die wichtigsten Schriften von Marx und Engels abgerufen werden.
Der größte Anbieter im englischsprachigen Raum kommt aus den
USA: http://csf.Colorado.EDU/psn/marx/Archive.
In diesem "Marx-Engels-Archiv" findet man fast die gesamte Bibliothek,
biographisches Material, eine Fotogalerie mit allen überlieferten
Fotos (allerdings Achtung, noch wird Gertrude Kugelmann mit Jenny Marx
verwechselt!). Im Internet sind auch die neuesten Informationen über
den gegenwärtigen Stand der Arbeit an der Marx-Engels-Gesamtausgabe
zu erhalten. Auf den Seiten des MEGA-Langzeitvorhabens der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften sind Angaben über Herausgeber, Geschichte,
Aufgabe, Aufbau und den Prospekt der Ausgabe zu finden (http://www.bbaw.de/vh/mega).
Wer einen Besuch in Marxens Geburtshaus plant, dem sei die Web-Seite des
Karl-Marx-Hauses in Trier empfohlen. Sie gibt einen Überblick über
die Ausstellung und die Tätigkeit des Studienzentrums (http://www.fes.de/marx/studienk.htm).
Der Sitz der internationalen Marx-Engels-Stiftung in Amsterdam ist über
http://www.iisg.nl zu erreichen, dort
findet man übrigens über 350 Links, die einem weltweit Eintritt
in sozialwissenschaftliche Einrichtungen und Bibliotheken verschaffen.
Per Mausklick kann die gewünschte Literaturquelle für eine MEGA-Erläuterung
in der British Library in London gesucht werden. Per Homepage werden Informationen
angeboten z.B. über die in Japan wirkende Arbeitsgemeinschaft der
Marx-Engels-Forscher (http://www.cpm.ll.ehime-u.ac.jp/AkamacHomePage/Akamac.html),
oder über die "Beiträge zur Marx-Engels-Forschung - Neue
Folge" (http://home.t-online.de/home/r.hecker/marxnf.htm).
Neuerscheinungen aus der Marx-Engels-Forschung werden auch vorgestellt.
Auch kann man sich online in die Diskussionen um das "Historisch-kritische
Wörterbuch des Marxismus" einklinken (http://www.abacus.de/argument).
Und die Organisatoren der Internationalen "Manifest" - Konferenz
in Paris im Mai diesen Jahres laden via Internet ein.
Das ist schon beachtlich: Im Internet vereinen sich die Marxisten aller
Länder! Zumindest deren Computerfreaks.
Prof. Hecker ist Marx-Engels-Forscher.